Plattform der Österreichischen Zahnärzte

Wenn’s im Mund so richtig glänzt

Zahnschmuck und aufgehellte Zähne erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Doch die Highlights im Mund bergen auch Risiken.

Schmuck findet seinen Weg immer häufiger in den Mund. Abgeschaut von Hollywoodstars, blitzen Glitzersteine, sogenannte Twinkles, auch hierzulande auf den Vorderzähnen. "Das Angebot an Zahnsteinchen ist riesig. Auch kleine Goldplättchen bis hin zu Autologos lassen sich die Leute einsetzen", sagt der Präsident der Zahnärztekammer Oberösterreich, Wolfgang Doneus. Zudem ist der Trend zu Piercings im Mund ungebrochen. Für die Zahngesundheit ist all das nicht ganz unbedenklich.

 

Glitzersteinchen: "Das Einsetzen gehört in die Hände von medizinischen Fachleuten", sagt Doneus aus Bad Leonfelden. Nachdem der Zahn gründlich gereinigt wurde, wird jene Fläche angeätzt, auf die das Glitzersteinchen geklebt wird. Die Säure lockert oberflächlich die Zahnschmelzstruktur, damit der Kleber optimal aufgenommen werden kann. Ein solcher wird auch zum Anbringen von festsitzenden Zahnspangen verwendet. "Das Anätzen des Zahnschmelzes ist nicht so gravierend, dass der Zahn permanent geschädigt wird", sagt Doneus. Wird ein Glitzersteinchen entfernt, muss der Zahnschmelz aber poliert und eventuell mit Kunststoff versiegelt werden, damit der Zahn gesund bleibt. Von der Zahnärztekammer gibt es keinen Richttarif, was Mediziner dafür verlangen können.

Piercings: "Piercings in Zahnzwischenräumen sind der reinste Nonsens, weil das Zahnfleisch Schaden nimmt. Das kann bis zu einer Zahnlockerung führen", sagt der Mediziner. Auch ein Zungenpiercing kann den Zahnschmelz schädigen, wenn der Träger häufig mit der Zunge spielt und das Schmuckstück an die Zähne stößt. Auch ein Unterlippenpiercing und der Zahnschmelz vertragen sich laut Doneus nicht: "Zudem grenzen die Halteelemente an das Zahnfleisch, das durch die Belastung zurück geht. Oft liegen dann Zahnhälse millimetertief frei. Das lässt sich nur schwer und sehr aufwändig behandeln."

Bleaching: Während schon 14- und 15-Jährige Glitzersteinchen und Piercings im Mund haben, ist das Bleichen der Zähne erst ab 18 Jahren erlaubt. Das ist in einer Verordnung der EU-Kommission aus dem Jahr 2011 geregelt. "Denn auch beim Bleichen kommt es zu einer Zahnschmelzveränderung", sagt der Präsident der oö. Zahnärztekammer. In der Verordnung steht zudem, dass das Bleichmittel Wasserstoffperoxid in einer Konzentration von 0,1 Prozent bis sechs Prozent nur an Zahnärzte verkauft werden kann. Die Erstanwendung muss in der Praxis stattfinden. Erst dann darf der Mediziner dem Patienten etwas für ein Homebleaching mitgeben. Beim Bleaching werden aus dem Zahnschmelz oberflächlich organische Stoffe herausgelöst. Durch die veränderte Lichtbrechung erscheint der Zahn weißer. "Das kostet ein paar hundert Euro pro Behandlung und muss jährlich wiederholt werden", sagt Doneus.

Veneers: Ein paar tausend Euro verschlingt das permanente Weißmachen des Gebisses. Viele Hollywoodschauspieler haben sich die Zähne mit hauchdünnen Keramikschalen überziehen lassen. Diese sind oft so weiß, dass sie schon unnatürlich wirken.


Quelle: Nachrichten.at


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