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Weiße Zähne um jeden Preis: Aufheller sind mit Vorsicht zu genießen

Jugendlichen sind schöne Zähne laut jüngster Umfrage extrem wichtig. Wie man sie richtig pflegt, erklärt der Zahnarzt Hans Schrangl.

Weiße Zähne sind Österreichs Jugendlichen neben einem durchtrainierten Körper extrem wichtig. Das ergab der aktuelle Jugend-Trend-Monitor 2014, für den mehr als 300 Teenager und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren befragt wurden.

Aber wie kann man seine Zähne gesund und weiß halten? Darüber haben die OÖNachrichten mit Hans Schrangl, Vizepräsident der oberösterreichischen Ärztekammer, geredet. Hier sind seine Ratschläge, was wirklich hilft und wovon man lieber die Finger lassen sollte:

Schon vor dem Frühstück putzen: Das ist laut Schrangl nach wie vor die wichtigste Grundregel für jeden, der gesunde Zähne haben will. Er empfiehlt zweimal täglich zwei Minuten zu putzen: "Das erste Mal vor dem Frühstück und das letzte Mal am Abend – mindestens eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit." Viele würden am Morgen unmittelbar nach dem Frühstück erst putzen und sich damit Speisereste in den Zahnschmelz einreiben. "Das schadet auf lange Sicht sehr", warnt Schrangl.

Weiche Zahnbürste verwenden: "Wenn die Borsten zu hart sind, verletzt man das Zahnfleisch", sagt Schrangl. Wichtig sei außerdem, immer in die richtige Richtung zu putzen: von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zum Zahn.

Elektrische Zahnbürsten sind nach Ansicht Schrangls nicht unbedingt besser als eine Hand-Zahnbürste: "Es kommt auf die Geschicklichkeit des Benützers an." Wichtig sei, dass man jeden Zahn von allen Seiten gewissenhaft putze. "Wer nach einer halben Minute fertig ist, hat nicht gut genug geputzt, egal welche Zahnbürste er verwendet", sagt Schrangl.

Aufhellende Zahnpasten schaden den Zähnen nicht, wie der Experte sagt. "Sie haben aber auch keine überwältigende Wirkung", so Schrangl. Kindern solle man aber erst ab etwa acht Jahren erlauben, aufhellende Pasten zu verwenden, weil ihr Zahnschmelz noch empfindlicher sei.

Zucker ist der größte Feind der Zähne. Er senkt den PH-Wert im Mund so sehr, dass der Speichel bis zu einer Dreiviertelstunde braucht, um wieder das richtige PH-Niveau zustande zu bringen. "In dieser Zeit leidet natürlich der Zahnschmelz", sagt der Experte. Wichtig sei es daher, möglichst wenig zuckerhaltige Speisen zu sich zu nehmen. "Wenn man nascht, dann nicht immer wieder zwischendurch, sondern einmal ordentlich und dann aufhören", rät Schrangl.

Kaffee, Zigaretten und Rotwein schaden nicht. "Sie lassen sich nur nicht gut abputzen, wenn man zu viel Zahnstein hat", sagt Schrangl. Wichtig sei es daher, ein- bis zweimal jährlich zur Mundhygiene zum Zahnarzt zu gehen.

Backpulver oder Zitronensaft als Zahnweißer: "Keine gute Idee", sagt Schrangl. Beides greife den Zahnschmelz extrem an.


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